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LIMBONIC ART gehören schon seit ihrem ersten Album "Moon in the Scorpio" zur Black Metal Elite Norwegens, eine Support Tour mit Emperor beweist dies, sowie knapp 40.000 verkaufte Platten. Wie es so zu Zweit in einer Band ist, und worum sich alles bei Limbonic Art dreht verrät uns Morfeus.

 

Limbonic Art gehören zur großen Black Metal-Welle von ´93-´94, wo diverse Bands wie Pilze aus dem Boden schossen, können aber von sich behaupten, immer noch puren Metal zu spielen, wie in den Anfangstagen, ohne Gothic-Elemente in ihre Musik einzubauen, so wie viele trendfolgende Bands. Morfeus über die Anfänge der Band: "Daemon hat ´93 die Band gegründet. Damals besaß die Band ein normales Line-Up, wie es heutzutage gewöhnlich ist. Leider kamen dann die typischen Probleme; man konnte sich über den musikalischen Stil nicht einigen, und letztendlich entschieden sich alle aufzuhören und die Band auf´s Eis zu legen. Zu dem Zeitpunkt des Splits haben Daemon und ich zusammen geprobt, unabhängig vom Rest der Band, und nach einer Weile haben wir uns entschieden, die Band weiter bestehen zu lassen, aber eben zu Zweit."

Limbonic Art

"Der Hauptgrund, warum wir keine anderen Musik einbeziehen und nur zu Zweit bleiben wollen, sind die schlechten Erfahrungen, wie wir in diversen Bands bisher gemacht haben, die ganzen Unstimmigkeiten und solche Sachen. Als wir beide jedoch anfingen, miteinander zu spielen, haben wir festegestellt, daß wir den gleichen musikalischen geschmack hatten, und die gleichen Vorstellungen, wie solche Musik zu klingen hat. Da unsere Zusammenarbeit derart gut funtionierte, wollten wir niemanden anderen zu uns ziehen, der möglicherweise unsere Vorstellungen umkrempeln könnte. Wir haben jedoch am Anfang krampfhaft versucht, einen Schlagzeuger zu finden, aber es war niemand geeignet. Also sind wir beim Drumcomputer geblieben."

Jeder Sterbliche kann sich den Aufnahmestreß vorstellen, den eine zwei-Mann-Band haben muß – man muß mehrere Aufnahmesessions für einen Song machen, Timing-Probleme und verkorkste Gitarreneinätze sind an der Tagesordnung... "Na klar, aber bei uns wird viel programmiert, und das erleichtert uns alles halbwegs. Es funktioniert schon."

Außergewöhnlich für eine reine Black Metal Band ist der Inhalt der Texte – es geht nicht um den Gehörnten und die Apokalypse sondern Covenant-mäßig um den Weltraum und den Geist. "Alle Texte werden von Daemon geschrieben, und sie sind wohl etwas tiefsinniger als die typischen Black-Texte. Er schreibt über seine Gedanken und Ansichten, und verschlüsselt die Texte gewissermaßen. Da passt die Thematik hervorragend, der Kosmos und andere Dimensionen, so daß jeder den Inhalt für sich entdeckt. Es ist nicht die typisch satanische Sache, eben."

Diese Band hat tatsächlich einen interessanten Namen, dan leider nicht so viele verstehen. Mit dem Wort "Art" dürfte es keine Schwierigkeiten geben, jedoch der erste Teil, "Limbonic" sorgte zumindest bei mir und in meinem Bekanntenkreis für wilde Ratespielchen, leider mit keinem akzeptablem Ergebnis. "Der Bandname stammt vom Begriff Limbo, einer Art Hölle. Es ist ein Zustand zwischen dem Leben und dem Tod; es ist eigentlich nicht schwierig, sich das vorzustellen. Nicht tot, aber auch nicht lebendig, nicht wach, jedoch auch nicht im Schlaf. Es ist eine Dimension, die sich irgendwo zwischen allem befindet."

Limbonic Art werden im nächsten Jahr erneut ins Studio gehen, um ein neues Album fertgzustellen. Zwischenzeitlich wird eine Sammlung alter, neu aufgenommener Demosongs unter dem Namen "Epitome of Illusions" ´rausgebracht. "Es ist gewöhnlich, daß eine Band nach einigen Alben ihre Demoaufnahmen veröffentlicht. Ich denke, es ist gut, dem Publikum zu zeigen, wie es musikalisch vor unserem Debütalbum aussah. Im Gegensatz zu ähnlichen Aktionen, wo die Demos in gleicher Soundqualität wie vorher ´rausgegeben werden, haben wir uns entschieden, die Demosongs neu aufzunehmen. Ich würde mich nicht dabei wohlfühlen, unser Demomaterial in der ursprünglichen Soundqualtität unter´s Volk zu verteilen, da z. B. die Drumsamples wirklich zu wünschen übrig ließen, ich denke, die Fans haben etwas besseres verdient. Wir haben die Gelegenheit gleichzeitig dazu genutzt, die Songs etwas aufzufrischen, um sie auf den neuesten Stand zu bringen. Ich denke auch, daß es wohl Leute geben wird, die dies nicht begrüßen werden, die dies als störend empfinden werden, da einige Songs nicht so sind, wie sie am Anfang waren; wir sind aber auch nicht die Selben wie damals, sondern etwas progressiver. Der größte Unterschied dürfte der erste Song sein, der auf unserem ´96-er Demo war. Ein Paar Texte wurden umgeschrieben, einige noch eingefügt..." Haben sich Limbonic Art aber auch von ihrer Motivation, von ihrer Idologie her geändert? "Man wird bekanntlich älter und erfahrener. Das Leben kann einen anderen Weg einschlagen. So wie man wächst, wächst auch die Musik mit uns, von daher hat sich Limbonic Art sicherlich geändert. Wir sind keine Hardcore-Black-Metal-Typen mehr; das heißt, wir könnten vielleicht Sachen in die Musik einbringen, die nicht dem Black Metal Standard entspricht."

"Wir hoffen im März/April ins Studio gehen zu können, also dauert es noch etwas bevor ich konkreteres sagen kann. Wir haben jedoch einige Songs, die schon musikalisch gesehen fertig sind. Es sind noch keine Texte geschrieben worden, aber ich kann sagen, daß die Musik in der bisher eingeschlagenen, Limbonic Art-typischen Art sein wird. Es wird jedoch einige recht untraditionelle Elemente geben, die vielleicht die Fans der alten Black Metal Musik stören könnten. Es wird hoffentlich vielschichtiger sein als unser neuestes Album, das immer noch durgehend schnell ist; es wird also Tempowechsel geben, und noch einige Spielereien."

Limbonic Art hatten ein Paar Support-Konzerte für Emperor. Dies hört sich schonmal deswegen unglaublich an, weil die zwei-Mann-Band KEINE Sessionmusiker an ihrer Seite hat. Wie sieht denn so ein Konzert aus? "Wir haben eine Frau, die während des Konzerts das ganze technische Zeug bedient. Sie ruft die Schlagzeugparts und die Keyboardpassagen auf, somit wären wir zu Dritt auf der Bühne. Das nimmt das Publikum immer anders auf; in der ersten Hälfte des Auftritts denken sich die Leute noch "häh, was zur Hölle ist das denn nun?", aber dann ist alles cool und die Leute geniessen es."

Limbonic Art

Wird es eine Tour oder ein Paar Konzerte geben, wo man dieses Schauspiel sehen kann? "Eine Tour wurde von Hammerhart Records geplant, sie sollte November/Dezember stattfinden und durch Griechenland gehen; leider wurde sie aus irgendeinem Grund abgesagt. Was ich aber versprechen kann, ist eine Tour, wenn unser neues Album ´raus ist!"

"Ich möchte noch ein großes ´Dankeschön´ an alle Fans, und andere die unsere Musik mögen, loswerden, denn ohne sie wären wir nicht im Stande, Musik zu machen und diese zu verbreiten. Bis jetzt haben wir von allen Alben, LP´s inclusive, an die 40.000 - 45.000 Stück verkauft, und ich habe einen wahren Schock bekommen, als ich die offizielle Zahl vorgelegt bekam! Ich hätte nie gedacht, daß wir soviel verkaufen könnten!"

Branko